Ein Schlaganfall kann sich durch plötzlich auftretende Veränderungen beim Sprechen, Sehen, Bewegen oder Gleichgewicht bemerkbar machen.
Entscheidend ist, mögliche Anzeichen eines Schlaganfalls schnell zu erkennen und sofort zu handeln, um die Folgen so gering wie möglich zu halten. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollten Sie auf keinen Fall abwarten, sondern unverzüglich die Rettung unter 144 verständigen.
Schlaganfall Symptome erkennen und richtig reagieren
Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Ursache ist meist ein Gefäßverschluss, manchmal aber auch eine Blutung im Gehirn. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist, typisch ist aber vor allem, dass neurologische Ausfälle sehr abrupt beginnen.
Wichtig:
Die Beschwerden können nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Auch dann ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich. Vorübergehende neurologische Ausfälle können auf eine sogenannte transitorische ischämische Attacke (TIA) hinweisen und einem Schlaganfall vorausgehen.
Diese 5 Anzeichen können auf einen Schlaganfall hinweisen
Besonders Störungen im Gleichgewicht, beim Sehen und Sprechen sowie Veränderungen im Gesicht und Taubheitsgefühle in den Armen können auf einen Schlaganfall hindeuten. Um diese Symptome im Ernstfall schnell zu erkennen, gibt es das Akronym BE FAST. Die einzelnen Buchstaben helfen dabei, wichtige Schlaganfall-Symptome schnell zu überprüfen.
- B – Balance (Gleichgewicht)
- E – Eyes (Augen)
- F – Face (Gesicht)
- A – Arms (Arme)
- S – Speech (Sprache)
- T – Time (Zeit, ein Extrapunkt, dazu später mehr)
1. Balance – plötzlich Probleme mit Gleichgewicht und Koordination
Abrupt auftretender Schwindel, ein unsicherer Gang oder Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, können ein Warnzeichen sein. Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn die Beschwerden unvermittelt auftreten und für die betroffene Person ungewöhnlich sind.
2. Eyes – plötzlich auftretende Sehstörungen
Ein Schlaganfall kann das Sehvermögen beeinträchtigen. Möglich sind beispielsweise verschwommenes Sehen, Doppelbilder oder ein abrupter Verlust des Sehvermögens auf einem oder beiden Augen.
3. Face – einseitige Veränderungen im Gesicht
Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab oder wirkt eine Gesichtshälfte deutlich anders als die andere, kann dies auf eine einseitige Lähmung hinweisen.
4. Arms – Schwäche oder Taubheitsgefühl in einem Arm
Die Person soll beide Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben halten. Sinkt ein Arm ab, lässt er sich nicht anheben oder tritt plötzlich ein Taubheitsgefühl auf, besteht ebenfalls Schlaganfallverdacht. Auch Taubheitsgefühle im Gesicht, an einem Bein oder in einer ganzen Körperhälfte können Symptome eines Schlaganfalls sein.
5. Speech – Probleme beim Sprechen oder Verstehen
Lassen Sie einen einfachen Satz nachsprechen, wie zum Beispiel “Heute ist Mittwoch” oder “Es ist schönes Wetter”. Verwaschene oder unverständliche Sprache, ungewöhnliche Wortfindungsprobleme oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen, gehören zu den typischen Schlaganfall-Symptomen.
Info:
Weitere mögliche Beschwerden sind abrupt auftretende sehr starke Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle, Verwirrtheit, Schluckstörungen oder Bewusstseinsstörungen. Nicht jeder Schlaganfall verursacht dieselben Symptome.
BE-FAST-Test: Das „T“ steht für sofortiges Handeln
Das letzte Zeichen von BE-FAST ist besonders wichtig: T steht für Time, also Zeit.
Sobald eines oder mehrere der genannten Symptome plötzlich auftritt, sollte nicht versucht werden, die Ursache selbst einzuschätzen. Rufen Sie sofort die Rettung unter 144 (in Österreich). Merken oder notieren Sie nach Möglichkeit, wann die Beschwerden begonnen haben, denn diese Information kann für die weitere Behandlung wichtig sein.
Auch wenn sich die Symptome nach einigen Minuten bessern oder vollständig verschwinden, darf nicht abgewartet werden, da es sich dennoch um einen Schlaganfall beziehungsweise eine TIA (transitorische ischämische Attacke, kann einem Schlaganfall vorausgehen) handeln kann. Beides ist ein medizinischer Notfall.
Bis die Rettung eintrifft, sollte die betroffene Person nicht allein bleiben. Getränke, Nahrung oder Medikamente sollten nicht eigenständig gegeben werden, da unter anderem Schluckstörungen auftreten können.
Herzinfarkt oder Schlaganfall?
Sowohl beim Schlaganfall als auch beim Herzinfarkt können sich Symptome im Arm bemerkbar machen, die sich jedoch unterschiedlich äußern:
- Herzinfarkt: Starke, ziehende Schmerzen im Arm
- Schlaganfall: Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Arm, ggf. Lähmung im Arm
Info:
Mehr Informationen zum Herzinfarkt finden Sie in unserem Artikel Herzinfarkt Symptome.
Schlaganfall Anzeichen bei Frauen und Kindern
Bei Frauen und Kindern treten meist ebenfalls die klassischen Symptome auf, es kann aber auch untypische Anzeichen geben.
Bei Frauen sind das:
- Atemnot
- Kurzatmigkeit
- Schwächeanfälle,
- Ohnmacht
- Krämpfe
- Glieder- und Gelenkschmerzen
- Inkontinenz
Bei Kindern sind Schlaganfälle viel seltener als bei Erwachsenen. Bei Kindern werden die typischen Schlaganfall Symptome außerdem von weiteren, ebenfalls diffusen Symptomen begleitet:
- Krämpfe (kleine Kinder & Säuglinge)
- starke Kopfschmerzen (meist bei Schulkindern)
Sowohl bei Frauen als auch bei Kindern werden die jeweiligen diffusen Symptome oft nicht mit einem Schlaganfall in Verbindung gebracht.
Schlaganfallrisiken frühzeitig im Blick behalten
Die Kenntnis der akuten Anzeichen eines Schlaganfalls ist eine Seite. Ebenso wichtig ist es, beeinflussbare Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit Ärzt:innen einzuordnen.
Zu den bekannten Risikofaktoren zählen unter anderem:
- Bluthochdruck
- erhöhte Blutfette
- Diabetes
- Rauchen und
- bestimmte Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern.
Auch Veränderungen an den Halsschlagadern können eine Rolle spielen: Blutgerinnsel können beispielsweise aus dem Herzen oder der Carotis in Richtung Gehirn gelangen und dort ein Gefäß verschließen.
Wir raten Ihnen daher, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen, um mögliche individuelle Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und, wenn möglich, gegenzusteuern.
Umfassende Vorsorge: Gehirn, Carotis und Herz-Kreislauf-System gemeinsam betrachten
Bei der gesetzlichen Vorsorge werden viele Schlaganfall Risikofaktoren bereits betrachtet (z. B. Zuckerwerte, Bluthochdruck).
Wer die Vorsorge umfassender gestalten und beispielsweise eine Untersuchung des Gehirns oder der Carotis (Halsschlagader) einbeziehen will, kann sich für eine umfassende private Vorsorge bei Prescan entscheiden. Mit unserem Total Body Scan® untersuchen wir – je nach Programm – unterschiedliche Körperregionen, inklusive:
- Schädel-MRT
- Ultraschalluntersuchung der Carotis
- Beurteilung von Verkalkungen der Herzkranzgefäße
- Laborwerte
- EKG und
- Herzultraschall (beim Total Body Scan Premium)
Der Hintergrund ist ein umfassenderer Blick auf den Gesundheitszustand: Diverse bildgebende Verfahren und Laborwerte werden verbunden und im Zusammenhang betrachtet.
Ein solcher Gesundheitscheck ersetzt weder die Akutdiagnostik noch die Behandlung bei bestehenden Schlaganfall-Symptomen. Er kann jedoch dazu beitragen, vorhandene gesundheitliche Auffälligkeiten und Risikofaktoren strukturiert zu erfassen und medizinisch einzuordnen.
Sie möchten Ihren aktuellen Gesundheitszustand umfassender abklären lassen? Kontaktieren Sie Prescan und informieren Sie sich darüber, welches Vorsorgeprogramm zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Checkliste für den Notfall
Im Notfall sind schnelles und richtiges Handeln gefragt. Halten Sie sich daher an diese Dos und Don’ts:
Richtiges Vorgehen
- BE FAST Test machen
- Rettung rufen (144).
- Dabei ausdrücklich mitteilen, dass Schlaganfallverdacht besteht.
- Alle Symptome nennen, auch wenn sie schnell wieder vergangen sind
- Zeitpunkt des Symptombeginns merken
- keine Getränke, Nahrung oder Medikamente verabreichen
- Betroffene Person nicht allein lassen
- bei Bewusstlosigkeit: Atmung kontrollieren & stabile Seitenlage
Unbedingt vermeiden
- selbst ins Krankenhaus fahren bzw. sich ins Krankenhaus fahren lassen
- abwarten
- Getränke oder Nahrung verabreichen
- Person allein lassen
Hier finden Sie die Checkliste zum Download (Bild herunterladen):
Häufige Fragen zu den Anzeichen eines Schlaganfalls
Was sind die häufigsten Anzeichen für einen Schlaganfall?
Typisch sind abrupt auftretende Lähmungen oder Taubheitsgefühle auf einer Körperseite, Veränderungen im Gesicht, Sprach- und Verständnisprobleme, Sehstörungen sowie Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen. Auch ungewöhnlich starke, plötzlich einsetzende Kopfschmerzen können auftreten.
Was ist der Unterschied zwischen FAST und BE-FAST?
FAST steht für Face, Arms, Speech und Time. Beim BE-FAST-Test kommen Balance für abrupt auftretende Gleichgewichtsprobleme und Eyes für akute Sehstörungen hinzu. Dadurch werden weitere mögliche Schlaganfall-Symptome berücksichtigt.
Was soll ich tun, wenn Schlaganfall-Symptome wieder verschwinden?
Auch vorübergehende Beschwerden müssen sofort medizinisch abgeklärt werden. Sie können auf eine TIA hinweisen, die einem Schlaganfall vorausgehen kann. In Österreich gilt auch in diesem Fall: sofort den Notruf 144 wählen.
Kann eine Vorsorgeuntersuchung einen Schlaganfall sicher verhindern?
Nein. Eine Vorsorgeuntersuchung kann einen späteren Schlaganfall nicht sicher ausschließen. Sie kann jedoch dabei helfen, bestimmte gesundheitliche Auffälligkeiten und Risikofaktoren zu erkennen, die anschließend ärztlich eingeordnet und gegebenenfalls behandelt werden können.