Herzinfarkt Symptome: Diese Vorzeichen sollten Sie kennen

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Ein Herzinfarkt kann sich sehr deutlich ankündigen, aber auch mit weniger typischen Beschwerden beginnen. Entscheidend ist, Warnzeichen ernst zu nehmen und im Verdachtsfall nicht abzuwarten: Bei akuten Beschwerden oder dem Verdacht auf einen Infarkt sofort den Notruf 144 wählen und nicht auf einen Vorsorgetermin warten.

Herzinfarkt Symptome erkennen und richtig einordnen

Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Häufig liegt ein akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes zugrunde. Je schneller die Durchblutung wiederhergestellt wird, desto mehr Herzmuskelgewebe kann erhalten werden.

Eine schnelle Diagnose und Behandlung kann daher entscheidend dafür sein, dauerhafte Schäden am Herz zu begrenzen. Deshalb zählt bei einem möglichen Infarkt jede Minute.

Typische Symptome eines Herzinfarkts

Das bekannteste Anzeichen für einen Herzinfarkt ist ein plötzlich auftretender starker Schmerz hinter dem Brustbein. Viele Betroffene beschreiben den Schmerz als drückend, brennend oder einschnürend. Häufig kommt ein ausgeprägtes Engegefühl im Brustkorb hinzu.

Die Beschwerden können in andere Körperregionen ausstrahlen, zum Beispiel in:

  • einen oder beide Arme
  • Schultern und Rücken
  • Hals, Nacken oder Kiefer
    den Oberbauch

Zusätzlich können kalter Schweiß, blass-graue Haut, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kurzatmigkeit oder starke Atemnot auftreten. Manche Betroffene erleben außerdem starke Unruhe, Beklemmung oder Angst.

Besonders ernst zu nehmen sind Gesundheitsbeschwerden, die neu und ungewöhnlich stark auftreten, bereits in Ruhe beginnen oder trotz Beendigung einer Belastung nicht verschwinden. Betroffene Patienten sollten in diesem Fall unverzüglich medizinische Hilfe erhalten.

Herzinfarkt Symptome bei Frauen – grundlegend anders?

Herzinfarkte können sich bei Frauen grundlegend anders zeigen. Hier sind oft diffusere Beschwerden Anzeichen für einen Herzinfarkt, während sich der typische Brustschmerz nur ca. bei einem Drittel der Infarkte zeigt.

Zu den diffuseren Gesundheitsbeschwerden zählen etwa Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Schwindel, außergewöhnliche Müdigkeit, Leistungseinbruch sowie Schmerzen im Oberbauch, Rücken oder zwischen den Schulterblättern.

Das kann dazu führen, dass Symptome eines Herzinfarkts zunächst mit Magenproblemen, Erschöpfung oder anderen Ursachen in Verbindung gebracht werden und nicht so ernst genommen werden. Daher kommen Frauen meist später in eine Klinik als Männer.

Gerade plötzlich auftretende oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten deshalb ernst genommen werden, auch wenn der typische heftige Brustschmerz unter Umständen fehlt.

Gerade plötzlich auftretende oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten deshalb ernst genommen werden, auch wenn der typische heftige Brustschmerz unter Umständen fehlt.

Welche Herzinfarkt Vorzeichen können vorher auftreten?

Nicht jeder Infarkt kündigt sich eindeutig an. Manche Menschen haben bereits zuvor Gesundheitsbeschwerden einer koronaren Herzkrankheit, beispielsweise ein Druck- oder Engegefühl in der Brust bei Belastung (Angina pectoris, Hauptsymptom einer Arterienverkalkung) oder Atemnot.

Andere erleben den Infarkt ohne erkennbare Warnphase.

Neue Gesundheitsbeschwerden sollten deshalb nicht mit einem “erstmal abwarten und schauen, wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt” abgetan werden. Treten Brustschmerzen oder Atemnot bereits bei geringer Belastung oder in Ruhe auf, ist eine rasche medizinische Abklärung notwendig. Bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt gilt: sofort 144 rufen.

Was ist ein stummer Herzinfarkt?

Bei einem sogenannten stummen Herzinfarkt fehlen die typischen Beschwerden oder sie sind deutlich schwächer ausgeprägt. Statt ausgeprägter Brustschmerzen kann zum Beispiel Atemnot im Vordergrund stehen.

Solche Infarkte kommen unter anderem bei älteren Menschen und Personen mit Diabetes häufiger vor. Das liegt daran, dass bei Menschen mit Diabetes Nervenschädigungen dazu beitragen können, dass Schmerzen weniger deutlich wahrgenommen werden. Auch bei älteren Menschen können typische Brustschmerzen schwächer ausgeprägt sein, während beispielsweise Atemnot, Schwäche oder allgemeines Unwohlsein stärker auffallen.

„Stumm“ bedeutet dabei aber nicht harmlos: Auch ein Infarkt mit schwachen oder untypischen Symptomen kann den Herzmuskel schädigen und muss medizinisch abgeklärt werden.

Herzinfarkt oder andere Krankheiten: Kann man den Unterschied selbst erkennen?

Brustschmerz, Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch können unterschiedliche Ursachen haben. Allein anhand der Symptome lässt sich ein Herzinfarkt nicht sicher von anderen akuten Herzerkrankungen unterscheiden.

Auch Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, eine Herzschwäche oder andere Erkrankungen beziehungsweise Herzfehler können Beschwerden am Herz verursachen. Welche Ursache tatsächlich vorliegt, kann nur durch eine medizinische Diagnose geklärt werden.

Genau deshalb ist es nicht sinnvoll, bei deutlichen Gesundheitsbeschwerden selbst nach einer harmlosen Erklärung zu suchen oder auf Besserung zu warten. Eine sichere Einordnung erfordert eine medizinische Untersuchung, daher ist bei einem akuten Verdacht die Rettung die richtige Anlaufstelle.

Wichtig:

Sagen Sie direkt am Telefon, dass Sie den Verdacht auf einen Herzinfarkt haben. Solche Patienten müssen in ein Krankenhaus gebracht werden, das die Möglichkeit hat, jederzeit Herzkatheteruntersuchungen durchzuführen. Dort können Ärzte die notwendige Diagnostik durchführen und abhängig vom Befund unmittelbar die passende Behandlung einleiten.

Was tun bei Verdacht auf einen Herzinfarkt?

Wenn Beschwerden auf einen Infarkt hindeuten, wählen Sie unverzüglich den Notruf 144. Warten Sie nicht darauf, ob die Symptome von selbst verschwinden, vereinbaren Sie für akute Gesundheitsbeschwerden keinen Vorsorgetermin und fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus.

Ist die betroffene Person bei Bewusstsein, sollte sie möglichst ruhig und bequem mit leicht erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Öffnen Sie einengende Kleidung und bleiben Sie bis zum Eintreffen der Rettung bei der Person.

Verliert eine betroffene Person das Bewusstsein und atmet nicht normal, sind rasche Wiederbelebungsmaßnahmen, wie eine Herzdruckmassage, notwendig. Die Leitstelle kann telefonisch durch die nächsten Schritte führen, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Unser Tipp für die Herzdruckmassage:

Sie muss im richtigen Rhythmus (100 bis 120 Schläge pro Minute) durchgeführt werden. Um diesen zu finden und während der Wiederbelebung beizubehalten, gibt es einige bekannte Lieder, nach deren Takt man gehen kann:

  • Staying Alive – Bee Gees
  • I will Survive – Gloria Gaynor
  • Highway to Hell – ACDC
  • Atemlos – Helene Fischer
  • Dancing Queen – ABBA
  • Another one bites the dust – Queen
  • Livin‘ on a prayer – Bon Jovi
  • Pokerface – Lady Gaga
  • Texas Hold ‚Em – Beyoncé

Auf der Wiederbelebungs-Spotify-Playlist der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie e.V. (DGAI) und dem Berufsverband der Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA) finden Sie alle geeigneten Songtitel.

Welche Faktoren erhöhen das Herzinfarktrisiko?

Ein Herzinfarkt entsteht häufig auf dem Boden einer koronaren Herzkrankheit. Zu den bekannten beeinflussbaren Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel und
  • anhaltender Stress.

Für die persönliche Einschätzung ist jedoch nicht nur ein einzelner Wert entscheidend. Alter, Vorerkrankungen (Vorhofflimmern, Herzschwäche, Herzfehler oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen), familiäre Belastungen und das Zusammenspiel mehrerer Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen. Wer sein Herz-Kreislauf-Risiko besser verstehen möchte, sollte Risiken daher ärztlich und im Gesamtzusammenhang beurteilen lassen.

Herzvorsorge bei Prescan mit dem Kardioprogramm Plus

Wer keine akuten Gesundheitsbeschwerden hat, aber seine Herzgesundheit gezielt untersuchen lassen möchte, kann das Kardioprogramm Plus von Prescan als private Vorsorgeuntersuchung nutzen. Dabei wird die Herzfunktion mit einer Echokardiographie, einem EKG und einer Ergometrie beziehungsweise einem Belastungs-EKG untersucht. Die Untersuchung dauert etwa 1 bis 1,5 Stunden und kann ohne Überweisung des Hausarztes gebucht werden.

Die Untersuchungen betrachten unterschiedliche Aspekte des Herz-Kreislauf-Systems. Mit dem Herzultraschall können unter anderem Herzklappen, Herzkammern, Pumpkraft und Blutfluss beurteilt werden. EKG und Belastungs-EKG liefern zusätzliche Informationen über die Herzaktivität in Ruhe beziehungsweise unter körperlicher Beanspruchung.

Das Programm dient der vorsorglichen Abklärung und ersetzt keine Notfallmedizin. Bei akuten Herzinfarkt-Symptomen gilt immer zuerst: 144 anrufen. Für Menschen ohne akute Gesundheitsbeschwerden kann eine strukturierte Herz-Kreislauf-Untersuchung dagegen dabei helfen, den eigenen Gesundheitsstatus besser einzuordnen und offene Fragen mit ärztlicher Begleitung zu besprechen.

Häufige Fragen zu Herzinfarkt Symptomen

Wie lange dauern Schmerzen bei einem Herzinfarkt?​

Herzinfarktbedingte Brustschmerzen halten häufig länger als wenige Minuten (meist länger als 5 Minuten) an und bessern sich nicht zuverlässig durch Ruhe. Bei neu auftretenden, starken oder anhaltenden Beschwerden sollte nicht abgewartet werden. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort 144 wählen.

Ja. Bei einem stummen oder weniger typischen Herzinfarkt sowie bei Frauen können Brustschmerzen schwach ausgeprägt sein oder fehlen. Stattdessen können zum Beispiel Atemnot, Übelkeit, Schwindel, Schwäche oder ungewöhnliche Müdigkeit auftreten.

Die Beschwerden können sich überschneiden. Bei Frauen treten jedoch häufiger weniger eindeutige Symptome wie Atemnot, Übelkeit, Erschöpfung sowie Rücken- oder Oberbauchschmerzen in den Vordergrund.

Keine Vorsorgeuntersuchung kann garantieren, dass künftig kein Herzinfarkt auftritt. Eine kardiologische Untersuchung kann jedoch helfen, den aktuellen Herz-Kreislauf-Status und mögliche Auffälligkeiten medizinisch einzuordnen. Akute Gesundheitsbeschwerden müssen unabhängig von früheren Vorsorgebefunden sofort abgeklärt werden.

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